Personalisierter Forschungsansatz für Mutationen im RARS2-Gen
Eine seltene neurologische Erkrankung bei Kindern
- Prof. Dr. Vladimir Katanaev – Abteilung für Zellphysiologie und Stoffwechsel, Medizinische Fakultät, Universität Genf (Hauptforscher)
- Dr. Roxane Van Heurck – FMH in medizinischer Genetik, Universitätsspital Genf (HUG) (Co-Forscherin)
Was ist die Erkrankung?
Das RARS2-Gen kodiert für ein mitochondriales Enzym, das für die Herstellung von Proteinen in der Zelle unentbehrlich ist. Mutationen in diesem Gen führen zur sogenannten Pontozerebellären Hypoplasie Typ 6 (PCH6) – einer schweren Erkrankung, bei der Kleinhirn und Hirnstamm abnormal klein sind. Betroffene Kinder leiden unter schweren Entwicklungsverzögerungen und einem fortschreitenden neurologischen Abbau. Bis heute gibt es keine heilende Behandlung.
Was erforschen wir?
Das Forschungsteam um Prof. Katanaev setzt eine innovative, patientenzentrierte Methodik ein: Ausgehend von einem Schweizer Patienten mit spezifischen RARS2-Mutationen werden zunächst die molekularen Ursachen entschlüsselt. Anschliessend wird eine Hochdurchsatz-Screening-Plattform entwickelt, um aus Tausenden bereits zugelassener Medikamente diejenigen zu identifizieren, die die gestörte Genfunktion korrigieren können – ein Ansatz, der die Entwicklungszeit neuer Therapien drastisch verkürzt.
Projektphasen
- Phase 1Jahr 1 — aktuell finanziertKosten: 120.000 CHF
Molekulare Charakterisierung der RARS2-Mutationen · Entwicklung einer Screening-Plattform · Testen von 2.700 FDA-zugelassenen Medikamenten · Validierung der Wirkstoff-Kandidaten
- Phase 2Jahr 2 — geplantKosten: 160.000 CHF
Präklinische Validierungsstudien der Wirkstoff-Kandidaten · Mögliche Stammzell-basierte Studien · Vorbereitung der translationalen Phase
- Klinische PhasegeplantKosten: —
Erstanwendung am Menschen im Rahmen eines klinischen Pilotversuchs
Warum dieser Ansatz?
Die gleiche Methode wurde bereits erfolgreich bei zwei anderen seltenen Kindererkrankungen angewendet: Bei der GNAO1-Enzephalopathie führte sie zur Entdeckung von Zink als vielversprechende Therapie – ein klinischer Pilotversuch läuft bereits. Bei der YWHAG-Erkrankung wurde ein weiterer Wirkstoff-Kandidat identifiziert. Das RARS2-Projekt setzt diese Erfolgsgeschichte fort.
